Wie gesund ist Wein?


Wissenschaftler nennen es das "Französische Paradoxon": Wein - insbesondere Rotwein - in Maßen genossen, kann die Gesundheit positiv beeinflussen und vor einigen Krankheiten schützen. Das belegen immer mehr Studien.

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Zunächst war es bloß eine Vorahnung: schon der griechische Arzt und Begründer der abendländischen Heilkunst, Hippokrates, rühmte verdünnten Wein zur Behandlung von Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen und Ischiasschmerzen.

Auch die Römer glaubten an die heilsame Wirkung des Rebensaftes. Julius Caesar verschrieb seinen Soldaten eine tägliche Ration, nicht nur um ihren Kampfesmut zu stärken, sondern auch, um sie vor Darminfektionen zu bewahren.

 

Wein als "Medikament" ist allerdings bis heute eine These geblieben, die durch die moderne Wissenschaft keineswegs belegt werden konnte. Anders sieht es bei der Prophylaxe, der Vorbeugung aus. Dass sich moderater aber regelmäßiger Weinkonsum positiv auf  das Herz-Kreislauf-System auswirken kann, wurde inzwischen mehrfach wissenschaftlich belegt, manche Studien unterstellen gar eine krebsvorbeugende Wirkung des Rotweins.

 

 

Einer breiten Öffentlichkeit wurden diese Umstände vor allem durch das Bekantwerden des so genannten "Französischen Paradoxon" näher gebracht.

 

 

Vereinfacht gesagt geht es dabei um Folgendes: Zu Beginn der 1990er Jahre stellten Wissenschaftler erstmals fest, dass in Frankreich die Bevölkerung -  im Unterschied zu anderen Ländern - eine signifikant geringere Rate an Herz-Kreislauferkrankungen aufweist. Und das, obwohl die Franzosen für alles bekannt sind - nur nicht für eine spartanische Lebensweise. Gänseleber, üppige Saucen, viel Käse, all das, möchte man meinen, sei nicht gerade gesundheitsfördernd. Vor allem aber trinken Franzosen gerne Rotwein.

 

Und genau das sei der Grund, so die Experten damals, weshalb sie unterm Strich gesünder leben, als andere. Denn im Rotwein seien Stoffe enthalten, die, so ergaben die ersten Studien, die Sterblichkeitsrate aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen niedriger erscheinen lässt, als etwa in den USA. Im Klartext: Die Lebenserwartung der Franzosen sei um zweieinhalb Jahre höher (76,5 Jahre gegenüber 74 Jahren) als die der Amerikaner.

 

 

 

Dieses Phänomen sorgte vor allem unter den Amerikanern für Aufsehen.

 

Als am 17. November 1991 der TV-Journalist Morley Safer in der Fernsehsendung "60 minutes" den französischen Arzt Dr. Serge Renaud wortreich erklären ließ, dass einzelne Inhaltstoffe im Rotwein das Risiko ein Herz-Kreislauf-Patient zu werden, deutlich verringern, veränderte das sofort die Trinkgewohnheiten der Amerikaner. Der Rotweinkonsum stieg beinahe um das Doppelte.

 

In der Folge wurde das französische Paradoxon immer wieder aufs Neue erforscht und wissenschaftlich untersucht. Welche Inhaltstoffe sind es nun, die sich, laut wissenschaftlichen Erkenntnissen, auf unsere Gesundheit positiv auswirken?

Zum einen sind das die so genannten "Polyphenole". Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff für die Farb- und Gerbstoffe (Pigmente und Tannine), die dem Rotwein Farbe und Geschmack geben. Sie stammen aus den Beerenschalen, den Kernen und den Kämmen. Ein im Fass ausgebauter Wein nimmt zudem auch aus dem Holz Polyphenole auf.

 

Polyphenole, so haben unzählige Studien ergeben, bewirken mithilfe von Stickstoffoxiden eine Gefäßerweiterung und ermöglichen so eine bessere Blutzirkulation. Ihre entzündungs- und thrombosehemmenden Eigenschaften wirken zudem vorbeugend gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten. Die im Rotwein gelösten Polyphenole agieren im Körper aber auch als "Antioxidantien", sie können so genannte "Freie Radikale" an sich binden und neutralisieren. Freie Radikale sind unstabile Moleküle, die bei chemischen Reaktionen im Körper als Stoffwechselprodukt entstehen und Zellwände zerstören können - im schlimmsten Fall entsteht dadurch Krebs.

 

Ein anderer Stoff im Rotwein, der die Zellen schützt, ist "Resveratrol". Studien in jüngster Zeit ergaben, dass Resveratrol die Lebenserwartung verschiedener Organismen deutlich erhöht, indem es unter anderem durch die Regulierung eines Gens, den Alterungsprozess in den Zellen verlangsamt. Österreichs Rotweine enthalten im Durchschnitt viel Resveratrol. So hat etwa eine Studie des Bundesamtes für Weinbau in Eisenstadt ergeben, dass den höchsten Resveratrol-Gehalt mittelburgenländische Blaufränkische aufweisen. Der Anteil dieses Stoffes, so die Experten, sei sogar höher als bei französischen Top-Weinen aus Bordeaux und Burgund.

 

Eine der wichtigsten Studien der letzten Jahre zum Thema "Französisches Paradoxon" wurde in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht.

 

Tony Turner, Molekularbiologe an der Universität von Leeds, erklärt in dem Bericht, wie ein alkoholfreier Extrakt aus Rotweindie Herstellung des Eiweißtoffes "Endothelin-1" hemmt. Ein für die Gesundheit nicht unwesentliche Erkenntnis: Denn Substanzen, die die Endothelin-1 Produktion hemmen, können Ablagerungen, die auf Grund zu fetten Essens in den Blutgefäßen entstehen, verhindern. Damit tragen sie erheblich zur Senkung des Herzinfarktrisikos bei. Turner: "Damit ist eindeutig klar, dass mäßiger Rotweingenuss einen gesundheitsfördernden Wirkmechanismus in Gang setzt."

 

Autor: Herbert Hacker

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